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10.05.21 | 4 min

Die Schweiz ist das kosteneffizienteste Land für Ihr Business!

Zunächst einmal – Ihr Bauchgefühl ist richtig. Die Schweiz ist nicht das kosteneffizienteste Land zum Geschäftemachen. Aber nach jahrzehntelanger Standortberatung für US-Unternehmen, die in Europa expandieren wollen, garantiere ich Ihnen, dass die Schweiz definitiv kosteneffizienter ist, als viele denken.

Vielleicht kennen Sie das Bonmot: «Du bekommst, wofür du bezahlst.» In der Schweiz gibt es eine positive Variante dieses uralten Sprichworts.

«Kosten neu denken: den Wert sehen»
Zu oft reduzieren wir unsere Überlegungen auf die Kosten, wenn wir einen neuen Standort evaluieren. Viel sinnvoller ist es aber, in Werten zu denken.

Der Wert geht über den Vergleich einzelner Kosten hinaus und untersucht die gesamten Aktivitäten, die für einen effizienten Betrieb erforderlich sind. In der Ökonomie verwenden wir dafür die Bezeichnung Vollkosten. Nehmen wir an, Ihr Unternehmen ist bereit zu expandieren und Sie wurden dem Team zugewiesen, das mit der Evaluierung Ihrer Standortoptionen beauftragt ist.

Sie fragen: «Ist es möglich, ein europäisches Start-up-Unternehmen in einem der reichsten und innovativsten Märkte der Welt kosteneffizient zu führen?»

Meine Antwort an Sie? «Ja, und ich zeige ihnen warum.»

Eine Fallstudie: Systemtechnik-Unternehmen erschliesst den Wert der Schweiz
Aufgrund des attraktiven Schweizer Ökosystems hat ein Systemtechnik-Unternehmen mit Hauptsitz in den USA seinen europäischen Hauptsitz (sowohl den Vertrieb als auch die F&E-Funktionen) in Luzern, inmitten der Schweiz, angesiedelt.

Das Unternehmen startete seine Niederlassung 2013 mit einer einzigen Führungskraft aus den USA, dem General Manager (GM), der keine der Schweizer Landessprachen beherrschte. Im ersten Jahr leitete er das Büro allein und kam mit Englisch ganz gut über die Runden. 

Andere europäische Märkte rückten ebenfalls in den Fokus, und so stellte er im zweiten Jahr eine dreisprachige Assistentin ein. Nach und nach baute der GM die Schweizer Abteilung des US-Unternehmens auf die heutige Grösse von etwa 85 Mitarbeitenden aus. 

Wie kam es zu diesem Wachstum in einem Land, das als teuer gilt?
Der Gründungs-CEO erläutert seine Erfahrungen während einer Keynote auf einer Veranstaltung über unbemannte Flugsysteme und Drohnen: 

«Natürlich haben mich die Leute nach den Kosten gefragt. Unser Betrieb in Luzern hat die niedrigsten Vollkosten aller Standorte in unserem Unternehmen. Es dauerte eine Weile, bis unsere Programmmanager das erkannten. Bis sie sagten: Meine Güte, die Vollkosten sind in der Schweiz niedriger als an unseren anderen Standorten in den USA!
Ein Teil rührt davon her, dass wir mit wenig Infrastruktur begonnen haben, aber ausschlaggebend ist, dass die Schweiz sehr effizient aufgestellt ist und viele Vorstellungen, die sich die Amerikaner von Europa (und der Arbeit in der EU) machen, nicht auf die Schweiz zutreffen.»

In einem persönlichen Gespräch mit dem Gründungs-CEO im Anschluss an die Veranstaltung erfuhren wir, dass die Personalabteilung des US-Unternehmens zweimal nachfragte. Und ihn ermahnten: Überprüfen Sie die letzten Zahlen noch einmal! Das tat er.

Dann meldete er sich wieder bei der Personalabteilung und bestätigte, dass die Schweizer Niederlassung die kosteneffizienteste der vier Standorte des Unternehmens ist (einer in der Schweiz, drei im Osten der USA). Er hatte in seinen Überlegungen den Wert der Schweiz mitbedacht.

Unser CEO lächelte nur und sagte: «Wir haben uns sehr darüber gefreut, das ist eine fantastische Geschichte.»

Was also macht ein Land mit so hohen Kosten so kosteneffizient?
Die folgenden auf die Schweiz zutreffenden Faktoren tragen entweder direkt oder indirekt zur Erfolgsgeschichte dieses US-Unternehmens bei:

  1. Liberale und arbeitgeberfreundliche Regelungen: Sie sind den USA ähnlicher als jedem anderen europäischen Land
  2. Moderate Sozialversicherungsbeiträge: Insgesamt geringere Arbeitgeberkosten
  3. Niedrigere Einkommenssteuersätze im Vergleich zu den europäischen Nachbarn (je nach Schweizer Kanton unterschiedlich): Arbeitnehmer haben mehr Geld im Portemonnaie und Arbeitgeber können leichter Talente anziehen und halten
  4. Schlanke Bürokratie im Arbeitsrecht: Bei Auflösungen von Arbeitsverhältnissen deutlich geringere Kosten als in anderen europäischen Ländern
  5. Attraktive Unternehmenssteuersätze (je nach Schweizer Kanton unterschiedlich): Zeigen sich in der Netto-Bilanz der Unternehmen und fördern Reinvestitionen in Personal, F&E, Marketing usw.
  6. Regulatorische Transparenz rund um den Einsatz modernster Technologien: Agieren in einem Early-Adopter-Markt für neue Innovationen
  7. Einzigartiges Technologietransfer-Ökosystem: Die Lizenzgebühren aus F&E-Projekten mit Universitäten und Institutionen gehören den Unternehmen (keine kostspieligen IP-Eigentumsstreitigkeiten, keine lästigen Gebühren)

Das ist eine lange Liste. Aber die Auswirkungen jedes einzelnen der oben genannten Faktoren führen zu einer umfassenderen Sicht für ein ausländisches Unternehmen, das in der Schweiz tätig ist und Talente einstellt.

Kostenoptimierung wurde in der Schweiz aus der Not geboren
In Tat und Wahrheit hat die Schweiz eine lange Geschichte der Kosteneffizienz. Als kleines Land ist sie in ihren wirtschaftlichen Aktivitäten schon immer international ausgerichtet gewesen. Ein Umstand, der sowohl der Schweiz als Volkswirtschaft als auch den Schweizer Unternehmen viel Erfahrung in Sachen Kostenoptimierung und Effizienzsteigerung beschert. 

Die Unternehmen müssen diese Faktoren stets berücksichtigen, um sowohl im heimischen als auch im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Mathias Lischer, Leiter Promotion & Ansiedlung bei der Wirtschaftsförderung Luzern, sagt es so: «Es liegt in der DNA der Schweizer Unternehmen und ihrer Mitarbeitenden!»

Entlarvung des Management-Mythos
Wir sind uns einig, dass Talente heutzutage ein wesentlicher Treiber für das Unternehmenswachstum sind. Aber kosteneffizientes Wachstum erfordert mehr als nur Talente – und hier kommt wieder der Wert ins Spiel.

Unser US-CEO und der General Manager haben von Anfang an auf eine schlanke Struktur in ihrem Betrieb in Luzern gesetzt. Viele Verantwortliche gehen aber davon aus, dass das Verhältnis der Anzahl Manager und Mitarbeitenden in ihrer Schweizer Niederlassung gleich sein müsse wie in den USA. Mathias Lischer entgegnet dem: «Der Management-Overhead lässt sich in der Schweiz viel mehr senken als in den USA. Das bietet den Managern die Möglichkeit, die Effizienz ihrer Prozesse in der Schweizer Niederlassung zu steigern.»

Auch aus dem Stolz der Mitarbeitenden entsteht Kosteneffizienz
Schweizerinnen und Schweizer sind in der Regel stolz auf das, was sie tun. Damit verbunden ist die persönliche Verantwortung, die sie bei der Erbringung von Spitzenleistungen übernehmen. Auf HR-Ebene zeigt sich das in einer geringeren Fluktuation, weniger Fehlzeiten, höherer Motivation ... Das alles reduziert die Aufwände des Managements für Kontrollen und macht letztendlich die Prozesse und den Einsatz der Personalressourcen effizienter.

Wert der Schweiz erschlossen
Da die Gehälter einen grossen Teil der Betriebskosten unseres US-Unternehmens in der Fallstudie ausmachen, hat es die inhärenten Kosteneffizienz-Faktoren der Schweiz strategisch in seine Geschäftsprozesse integriert und verfolgt einen schlanken Ansatz. Seine Netto-Bilanz wurde direkt positiv beeinflusst – von fortschrittlichen Arbeitsvorschriften, hoher Arbeitsmoral und Produktivität, technischem Talent und einem hervorragenden Arbeitsklima. Das ermöglichte ihm, einen wesentlichen Teil des Umsatzes in der Schweiz zu halten. Das Unternehmen hat den Wert der Schweiz erschlossen.

Ein Teil der Erfolgsgeschichte dieses US-Unternehmens mit Schweizer Niederlassung gehört sicher dem in den USA ansässigen CEO und dem Schweizer General Manager mit seinem Team. Aber auch die Schweiz verdient Anerkennung für ihre wertvollen Qualitäten!

Wünschen Sie mehr Informationen über das Talent-Ökosystem in Luzern, kontaktieren Sie uns. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören.