Fintech-Sektor spezialisiert sich zunehmend auf KI
Luzern/Rotkreuz ZG - Die IFZ FinTech Study 2026 des zur Hochschule Luzern gehörenden Instituts für Finanzdienstleitungen Zug (IFZ) zeigt, dass Künstliche Intelligenz (KI) erstmals die bestimmende Technologie von Schweizer Fintech-Firmen ist. Zum grössten Produktsegment hat sich Infrastruktur entwickelt.
Das Schweizer Ökosystem der Finanztechnologien ist von einer Phase des Wachstums in eine neue Periode der Ausdifferenzierung übergegangen. Die Ergebnisse der soeben veröffentlichten IFZ FinTech Study 2026 deuten auch laut einer Mitteilung der Hochschule Luzern darauf hin, dass nach zehn Jahren grosser jährlicher Zuwächse nun Konsolidierung, Spezialisierung und technologische Repositionierung der Geschäftsmodelle im Vordergrund stehen.
Entsprechend wurden vom IFZ per Ende 2025 in der Schweiz und Liechtenstein insgesamt 529 Fintech-Unternehmen gezählt, 4 Prozent mehr als im Vorjahr. Seit 2015 hat sich deren Zahl verdreifacht. Nun halten sich Unternehmensgründungen, Liquidationen, Fusionen und strategische Neuausrichtungen erstmals weitgehend die Waage.
2025 verschob sich der technologische Fokus der Schweizer Fintechs. Bis 2024 nahm die Technologiegruppe Prozessdigitalisierung, Automation und Robotics den Löwenanteil ein, wenngleich dieser von 62 Prozent im Jahr 2015 kontinuierlich auf 38 Prozent abnahm. 2025 befassten sich erstmals die meisten Fintechs, nämlich 35 Prozent, mit der Technologiegruppe Analytik, Big Data und KI, dicht gefolgt von Blockchain mit 34 Prozent. Bei den Geschäftsbereichen entwickelte sich 2025 Bankeninfrastruktur erstmals zum grössten Produktsegment (39 Prozent), vor Investment Management (37 Prozent). Insgesamt bleibt der Schweizer Fintech-Sektor weiterhin auf internationale B2B-Strategien ausgerichtet.
Der Fintech-Standort Schweiz mit seinen Zentren in Zürich und Genf liegt in der weltweiten IFZ-Rangliste direkt hinter dem führenden Zentrum in Singapur. Doch zeigt sich die hiesige Venture-Capital-Aktivität gleichzeitig stärker rückläufig als anderswo. «Die zugrunde liegenden Ursachen sind bislang nicht eindeutig erklärbar und eröffnen ein Feld für zukünftige Forschung und vertiefte Analysen», so die Studienautorinnen und -autoren.